Recap Vortrag auf der SEMANTiCS 2014

12. September 2014
Teaser Semantics

Am 4. und 5. September habe ich als Presenter an der SEMANTiCS 2014 in Leipzig teilgenommen. In der Session „Semantic Information Management“ habe ich das Thema Corporate Connected Knowledge unter dem Titel „Don’t search – Be provided“ vorgestellt. Dabei habe ich zunächst die Probleme und Herausforderungen eines digitalen Arbeitsplatzes herausgestellt: Informationsflut, Informationsverteilung auf verschiedene Systeme, Dokumententypen und schließlich der sich verändernde Nutzerkontext, der auch Einfluss auf den sich ändernden Informationsbedarf eines Mitarbeiter eines Unternehmens hat.

Als Lösung habe ich unser Konzept eines persönlichen Informationsassistenten vorgestellt. Dabei geht es um auf den Nutzerkontext zugeschnittene Informationen, die auf verschiedene Art und Weise zur Verfügung gestellt und empfohlen werden. So gibt es verschiedene Empfehlungstypen: Personenempfehlung, Dokumentempfehlung, ort- und/oder zeitabhängige Empfehlungen. Zusätzlich können Informationen zu einem bestimmten Thema (ein Projekt, Produkt oder anderes Topic) in sogennanten „360 Views“ oder „Business Cards“ allumfänglich aggregiert und dargestellt werden. Eine Activity Stream wiederum aggregiert Informationen entlang einer Timeline und stellt so immer die für einen Nutzer gerade wichtigen Dokumente, Termine, Kontakte etc. zur Verfügung.

Jede Empfehlung ist abhängig von dem jeweiligen Nutzerkontext. Dabei kann man auf manuell bereit gestellte Nutzerprofildaten setzen oder auch implizit Informationen herleiten und so das Nutzerprofil mit essentiellen und nützlichen Daten und Relationen anreichern. Solche Deduktionsregeln können vielfältig angewandt werden und auf den jeweiligen Usecase angepasst werden. In jedem Fall sollte man aber den Nutzer bei solchen Anreicherungen einbeziehen, um die Nachvollziehbarkeit von Empfehlungen zu erhalten und so die Usability des Systems und die Nutzerzufriedenheit zu steigern.

Das Datenmodell für Empfehlungen kann aus einem Graph von Relationen zwischen Nutzern, Dokumenten, Topics und anderen vielfältigen Entitätentypen hergeleitet werden. Hierfür sollte es ein Basismodell gegeben, das unternehmensweit gilt und angewandt werden kann. Darauf aufbauend können Datenmodelle je nach Usecase angefertigt und hinzugefügt werden, um so business-spezifische Empfehlungen machen zu können.

Die aggregierten Informationen und Empfehlungen werden in Information Apps dargestellt. Diese Apps können Schritt für Schritt aufgebaut und mit mehr Intelligenz ausgestattet werden, so dass ein persönlicher Informationsassistent in verschiedenen Ausbaustufen erstellt und sukzessiv mit intelligenten Apps angereichert werden kann. So wird eine kundennahe Entwicklungsphase gewährleistet, in der in jeder Ausbaustufe Kundenwünsche und smarte Informationsempfehlungen einfließen können.

Die Folien zu meinem Vortrag können hier nachgelesen werden.

Mein Vortrag auf der SEMANTiCS 2014 war sehr gut besucht und ich habe viel positives Feedback erhalten. Als Quintessenz meines Vortrags wollte ich sowohl das „Big Picture“ eines intelligenten Informationsassistenten als auch die Möglichkeit der schrittweisen Entwicklung und Ausbaustufen vermitteln. Ich denke, das ist sehr gut gelungen.

Neben den Vorträgen in meiner Session habe ich noch verschiedene andere Vorträge aus Industrie und Wissenschaft verfolgt. Dabei gefiel mir besonders die gute Mischung an Beispielen aus der Praxis und theoretischen Ansätzen. Die Wissenschaft liefert hier gute Ansätze und Evaluationen, auf deren Basis man innovative Weiterentwicklungen in Kundenprojekten vorantreiben kann. Die Industrie stellt Best-Practice-Beispiele vor, an denen man sich orientieren kann, um die Kundenprojekte auch erfolgreich durchzuführen.

Ich denke, eine Konferenz wie die SEMANTiCS eignet sich sehr gut, um die Verknüpfung zwischen Innovation und praktischen Umsetzungsbeispielen zu halten. Die SEMANTiCS 2015 wird mit Sicherheit wieder viele spannende Vorträge zu Linked Data sowie semantischen System enthalten und ich hoffe natürlich dort auch erneut wieder vortragen zu können.

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