Unternehmenswissen als Erfolgsfaktor und Entwicklungsmotor

29. August 2016
Neben den in der wirtschaftlichen Bilanz angegebenen Werten ist das im Unternehmen vorhandene Wissen und dessen Nutzung bei der täglichen Arbeit und für anstehende Entscheidungen einer der wichtigsten Faktoren, die den erfolgreichen Wettbewerber vom weniger erfolgreichen unterscheiden. Mit der Erschließung und Nutzung des Unternehmenswissens werden Entwicklungspotenziale für das Unternehmen freigesetzt, die wiederum positive wirtschaftliche Auswirkungen haben. Dieser Vorgang ist immer auch eine zentrale Herausforderung im Rahmen der voranschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt.
 
 

embrained, embodied, embedded, encoded – Wissen im Unternehmen

Ihr vorhandenes Wissen im Unternehmen unterteilt sich in zwei Kategorien: explizit und implizit. 
 
Als explizit bezeichnet man dabei das zugängliche und reproduzierbare Wissen. In der Informationswelt eines Unternehmens bezieht man es meistens aus mehreren digitalen Inhaltsquellen mit verschiedenen Inhaltstypen, die dem Mitarbeiter (am besten über eine sehr gute Unternehmenssuche) zur Verfügung stehen. 
 
Als Unternehmen haben Sie aber sicher auch in kompetente Mitarbeiter investiert, die ihr individuelles explizites Wissen (Embrained Knowledge) als Qualitätsfaktor in ihre tägliche Arbeit einbringen. Außerdem folgen Ihre Mitarbeiter den vorgegebenen Unternehmensregeln und Prozessen. Dieses kollektive explizite Wissen wird als Encoded Knowledge bezeichnet.
 
 
Abbildung 1: Kategorien und Teilmengen von Wissen 
(vgl. Lam, A. :  Tacit Knowledge, Organizational Learning and Societal Institutions: An Integrated Framework 2000  in: Organization Studies, S. 487-513)
 
Das implizite Wissen im Unternehmen beinhaltet alle Informationen und Fähigkeiten, die nicht einfach artikuliert und reproduziert werden können. Für den einzelnen Mitarbeiter sind das verinnerlichte Fähigkeiten (Embodied Knowledge), die er sich z.B. durch Erfahrungswerte angeeignet hat und die ihm möglicherweise selbst nicht konkret bewusst sind. 
 
Das kollektive implizite Wissen, Embedded Knowledge speist sich vor allem aus organisatorischen Routinen oder mentalen Strukturen mehrerer Mitarbeiter, die oft über einen längeren Zeitraum entstehen.
 
Um vorhandenes Wissen zukunftssicher im Unternehmen zu halten, optimal zu nutzen und weiterzuentwickeln, sollten Sie diese Ziele anstreben:
 
  • Explizites Wissen muss im richtigen Kontext gewinnbringend zusammengestellt und den Mitarbeitern zugänglich gemacht werden (Kombination)
  • Individuell vorhandenes implizites Wissen soll innerhalb der Teamarbeit und der Kommunikation an möglichst viele Mitarbeiter weitergegeben werden (Sozialisation).
  • Implizites Wissen soll in möglichst großem Umfang in explizites Wissen umgewandelt und damit allen Mitarbeitern zugänglich gemacht werden (Externalisierung).  
  • Durch die intensive Nutzung des vorhandenen expliziten Wissens soll dieses von den Mitarbeitern mit ihren individuellen Fähigkeiten weiterentwickelt werden. So wird das Wissen mit neuen Informationen angereichert und in neues kollektives oder individuelles implizites Wissen umgewandelt (Internalisierung). 
 
Mit der Erreichung des letzten Ziels schließt sich der Wissenskreislauf. Eine Information kann diesen beliebig oft durchlaufen und dabei immer wertvoller werden.   
 

Wissensmanagement, digitaler Arbeitsplatz und Enterprise Search

Mit einer modernen digitalen Arbeitsplattform können Sie an fast allen Punkten im Wissenskreislauf Ihres Unternehmens die Verteilungs- und Entwicklungsprozesse Ihres Unternehmenswissens unterstützen, fördern und optimieren: durch clevere, digitale Arbeitsumfelder und systemübergreifende Informationsanwendungen.
 
Konzipieren Sie passende Team-Arbeitsräume, die sowohl Ihren unternehmensseitigen Anforderungen als auch den Bedürfnissen Ihrer Mitarbeiter gerecht werden. In diesen virtuellen Räumen sollen Ihre Mitarbeiter möglichst viel explizites Wissen entstehen lassen, vorhandenes Wissen nutzen, weitergeben oder sogar implizites Wissen in explizites Wissen umwandeln. 
 
Schaffen und optimieren Sie Lösungen, die Ihre Unternehmensprozesse auf organisatorischer und fachlicher Ebene unterstützen. In beiden Beispielen ist das explizite Encoded Knowledge im Unternehmen genauso wie das implizite Embedded Knowledge Ihrer Fachleute, eine wichtige Informationsquelle und birgt Potenziale für Optimierungen sowie eine gewinnbringende Informationsvernetzung bzw. Wissensumwandlung (implizit -> explizit). 
 

Entrümpeln lohnt sich

Haben Sie Mut, etwas Neues zu wagen und Ihre Prozesse zu entstauben, denn:
 
„Wenn sie einen Scheißprozess digitalisieren, 
haben sie einen scheiß digitalen Prozess.“
(Thorsten Dirks, CEO der Telefónica Deutschland AG)
 
Zuvor sollte als Grundgerüst für die entstehenden Informationen eine gut durchdachte Informationsarchitektur entwickelt werden. Außerdem sind eine gute Informationsdarstellung und eine gute Bedienbarkeit der verschiedenen Arbeitsumgebungen die Voraussetzungen dafür, dass Informationen in bestmöglicher Datenqualität entstehen. 
 
Diese wiederum sind der Rohstoff für den Motor Ihres Wissenskreislaufs: Ihre Unternehmenssuche (Enterprise Search). Die Edelmetalle dieses Rohstoffes sind dabei die Metadaten, die ergänzend zu den von der Suche indexierten Volltextinhalten wichtige Informationen abbilden, die sich wiederum sehr gut durch die allgemeine Auffindbarkeit und Wissensverteilung über die Suche nutzen lassen.
 
Zusätzlich zu den Arbeitsinhalten gibt es in jedem größeren Unternehmen eine sich ständig verändernde Landschaft verschiedener Informationsquellen (Plattformen, Tools, Systeme, Archive). Die darin enthaltenen Informationen wollen und sollten Sie natürlich ebenfalls ihrem Wissenskreislauf zuführen. 
 
Wie und in welchen Schritten das geschieht, wird in Ihrer regelmäßig anzupassenden Enterprise Search-Strategie definiert. Darin entscheiden Sie auch, welche Technologien, Aufwände und Verfahren Sie betreiben, um dabei möglichst viele unstrukturierte Informationen in strukturierte Informationen umzuwandeln und für die Unternehmenssuche nutzbar zu machen – mit dem Ziel, diese Inhalte stets aktuell, dynamisch und systemübergreifend in Ihre Arbeitsprozesse und –umgebungen einzubinden. 
 

Unternehmenssuche als Wissens- und Erfolgsmotor

Ihre Unternehmenssuche ist also Ihre quellenübergreifende Wissensbasis und gleichzeitig der Motor, den Sie brauchen, um Ihren Wissenskreislauf anzutreiben. Wie leistungsstark dieser Motor ist und wie hoch dabei Treibstoffverbrauch und Wartungsaufwand sind, entscheidet Ihre Strategie. Am Gaspedal aber sitzen Ihre User!
 
 
 

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